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Hepatitis-E

Tritt eine Hepatitis-E häufig auf?

Ja, da etwa jede/jeder 4. bis 5. EuropäerIn im Leben eine Hepatitis-E durchmacht.

Wie steckt man sich mit Hepatitis-E an?

Die Infektion geschieht entweder Bluttransfusion oder durch Verzehr kontaminierter Nahrungsmittel (Wild, unzureichend gekochtes Fleisch oder Pasteten). Eine Hepatitis-E kann aber auch vertikal übertragen werden, dass heißt von der Mutter auf das ungeborene Kind.

Wie wird eine Hepatitis-E Infektion diagnostiziert?

Durch eine Blutabnahme mit PCR Test.

Welche Symptome können bei Hepatitis-E auftreten?

Eine Hepatitis-E Infektion verläuft in 95% asymptomatisch. Wenn die Infektion doch symptomatisch verläuft dann unterscheidet man leberbezogene- und nicht-leberbezogene Beschwerden. Zu den leberbezogenen Symptomen zählt man das allgemeine Krankheitsgefühl (Fieber, Gelenkschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Abgeschlagenheit) und die Gelbsucht (= Ikterus). Die extrahepatischen Beschwerden kommen dadurch zustande, da das Hepatitis-E Virus nicht leberspezifisch ist. Aufgrund seines Gewebetropismus kann sich das Virus auch in vielen anderen Organen (Gehirn, Nieren, Magen, Milz, Dünndarm oder in der Plazenta) und sich so durch eine Vielzahl an Symptomen bemerkbar machen.

Können neurologische Komplikationen bei Hepatitis-E auftreten?

Ja, ein Drittel aller PatientInnen mit akuter Infektion haben neurologische Symptome, wobei am häufigsten Myalgien und die neuralgische Amyotrophie auftreten.

Ist die Hepatitis-E meldepflichtig?

Ja

Müssen alle PatientInnen mit Hepatitis-E immer therapiert werden?

Nein, nahezu 90% aller PatientInnen mit Hepatitis-E weisen einen asymptomatischen Verlauf mit spontaner Viruselimination auf. Dieser kann bei Immunkompetenten fast immer erwartet werden. PatientInnen mit erhöhtem Risiko (betagte PatientInnen, Schwangerschaft, eingeschränkte Immunkompetenz, chronische Lebererkrankung) sollten hingegen mit Ribavirin therapiert werden. Ribavirin führt bei 80% der PatientInnen zu einer anhaltenden Viruselimination. Interferon wird hingegen nur sehr selten eingesetzt.

Wann wird der sustained virologic response (SVR) gemessen?

Eine Heilung (= SVR) liegt vor, wenn 12 Wochen nach Therapieende keine Viren mehr im Blut nachgewiesen werden können. Dieser Zeitpunkt wird in der Literatur jedoch kontroversiell diskutiert. Es empfiehlt sich die Viruslast auch nach 24 Wochen noch einmal zu bestimmen.

Wie lange dauert es bis sich PatientInnen mit Hepatitis-E erholt haben?

Die Rekonvaleszenz kann bis zu 4-6 Wochen dauern.

Sollten PatientInnen mit durchgemachter Hepatitis-E verlaufskontrolliert werden?

Ja. Regelmäßige Kontrolle mit Labor, Ultraschall und Fibroscan sollten durchgeführt werden.

Können PatientInnen mit Hepatitis-E ein Leberversagen entwickeln?

Der Übergang zu einem akuten Leberversagen wird insgesamt sehr selten beobachtet.

Gibt es eine Impfung gegen Hepatitis-E?

In China ist eine Hepatitis-E Impfung zugelassen, wobei gesagt werden muss, dass diese hauptsächlich vor einer HEV-Infektion des Genotypen 1 schützt, der insbesondere in Asien vorkommt. Aus dem Grund gibt es keine europäische Impfempfehlung gegen Hepatitis-E.

Sind PatientInnen mit Hepatitis-E infektiös?

Ja, sie scheiden das Hepatitis-E Virus über Stuhl und Harn aus.

Kann eine Hepatitis-E chronisch verlaufen?

Ja, wobei mit einer Chronifizierungen insbesondere bei immunsuppremierten PatientInnen zu erwarten ist.